Eine Geschichte des Lodens


Wie kein anderes Material steht der Loden für bayerische Tradition …und feierte auch schon in der Mode und Haute Couture große Erfolge. Das natürliche Funktionsmaterial, dass sich schon über Jahrtausende bewährte, bietet so viele Vorteile und ist so tief mit dem Freistaat Bayern verwurzelt, dass wir euch den Loden in diesem Artikel gerne näher vorstellen wollen.

Lodo (oder Lodium): altgermanisch für „grobes Wollzeug“ oder „zotteliger Mantel“

Die erste Erwähnung fand das Material 1060 nach Christus in der Acta Tyrolensa I. Es wird von „Loden-Joppen, Gsass-kniefreien Lodenhose, Hemerten mit Lodenrücken und Überwürfen“ (den Vorläufern des heutigen Ponchos) gesprochen. Doch bereits 950 nach Christus stellten Tiroler Bauern das besonders kräftige und strapazierbare Tuch aus Schafwolle her – der erste Loden war mit einer noch primitiven Strichausrichtung versehen (ähnlich eines Strohdachs) um Regen abzuweisen.

Das aus Naturfasern, der Schafswolle, bestehende Material schützt vor Hitze und Kälte gleichermaßen und ist atmungsaktiv. Es ist temperaturausgleichend, wasserabweisend und besticht neben einem angenehmen Tragekomfort vor allem durch eine lebenslange Haltbarkeit. Dies führte und führt zu großer Beliebtheit, Landes- und Standesgrenzen übergreifend. Könige trugen ihn ebenso wie Bauern, süddeutsche Landwirte genauso wie hanseatische Millionäre.

Die Herstellung des Lodens bedarf folgender Schritte:

Den Schafen wird ihr Haarkleid (das Vlies) in der Schur im Frühling genommen. Hier sind Kräuselung und Faserlänge und -dicke am besten. Das Vlies wird, ursprünglich durch waschen und ausklopfen, gewaschen und gereinigt und die Fasern aufgespannt und geordnet.

Die Wolle ist ursprünglich, je nach Schaf, weiß, grau, braun oder schwarz. Je nachdem, wie der Loden anschließend aussehen soll wird nun gefärbt. Es können Fasern, Fäden und Stoffe gefärbt werden. Das ermöglicht verschiedene Dessins: von Karo und Streifen über melierten Walk ist alles möglich.

Die gefärbten Fasern werden nun zu Faden gesponnen, hier ist zwischen Kamm- (lange Fasern werden verarbeitet) und Streichgarn (kurze und gemischte Fasern) zu unterscheiden. Beim Loden kommt immer das Streichgarnspinnverfahren zum Einsatz. Die gesponnenen Fäden werden anschließend verwebt. Hier werden längslaufende Kettfäden mit querlaufenden Schussfäden gekreuzt. Es entsteht ein lockeres Wollgewebe, eine Tuchbindung, welche durch Walken, Tuchrauen und -scheren zum Loden verarbeitet wird.

Der Wollstoff wird unter Einfluss von Wärme, Feuchtigkeit, Lauge und Bewegung grob verfilzt und anschließend, bei den guten traditionellen Herstellern nach wie vor, mit der Distel aufgeraut. Die aufgekratzten Faserenden werden dann abgeschoren und das Tuch abschließend warm, feucht und unter großem Druck gepresst und geglättet, dass ein weicher und angenehmer Loden entsteht.


Funktionalität

Die Schafswolle an sich ist sehr funktionell und wie oben erwähnt, ist dies auch der Loden – sogar noch mehr. Dies hängt auch eng mit der Geschichte LODENFREYs zusammen die wir auch hier vorstellen. Im Jahr 1854 stellte der Gründer LODENFREYs, Johann Georg Frey, einen wasserabweisenden Loden bei der Weltausstellung in Paris vor und erhält für diese Sensation in der Modewelt die Goldmedaille. Sein Sohn Johann Baptist folgte in seine Fußstapfen und erfand 1872 den ersten wirklich wasserfesten Loden – ein im Strich gerautes und imprägniertes Gewebe.

Der Einzug in die Modewelt

Bereits im 16. Jahrhundert entdeckte der alpenländische Hochadel den Loden für sich: Kaiser Maximilian lässt sich anstatt in Brokatwesten nur mehr in Lodenjoppen bei der Jagd blicken. Auch die jordanische Königsfamilie wird von LODENFREY in Lodenmänteln gekleidet.

Den Einzug in die Mode findet das Material unter anderem durch Christian Dior, der in den 50er Jahren, die „Kotz’n“ in die Haute Couture einführte. Auch Coco Chanel, die für die Chanel Jacke im Janker eines Liftjungen im Hotel Mittersill, Salzburg, Inspiration fand, hat großen Anteil am Erfolg des Materials. Karl Lagerfeld inszenierte für Chanel 2014/15 seine aus der Tracht inspirierte Métiers d’art-Kollektion deshalb in Salzburg und stellte mit Pharrell Williams, Cara Delevingne & Géraldine Chaplin den Film Reincarnation vor. Er spricht im Interview mit der Standard (Dezember 2012): „Meine ganze Kindheit über haben mich meine Eltern in Loden und Lederhosen gesteckt, da habe ich sogar Bilder davon. Loden ist ein toller Stoff. In einem meiner Häuser habe ich meine Möbel mit Loden überzogen.“

Reincarnation: https://www.youtube.com/watch?v=wO4-TV6Zckc


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